


Beim ordentlichen Kreissporttag 2026 hat es einen Wechsel an der Spitze des Kreissportbundes (KSB) Osterholz gegeben. Nach vierjähriger Amtszeit als KSB-Vorsitzender verzichtete Jens Themsen auf eine Wiederwahl. Als sein Nachfolger wurde Jürgen Linke einstimmig von den Delegierten gewählt. Jürgen Linke gehörte dem KSB-Vorstand bereits als stellvertretender Vorsitzender für Organisations- und Vereinsentwicklung an. Ebenfalls einstimmig, aber wiedergewählt in den Osterholzer KSB-Vorstand wurden Fabian Albrecht als stellvertretender Vorsitzender Finanzen, Jörg Gantzkow als stellvertretender Vorsitzender Sportentwicklung sowie Elisabeth Fischmann als stellvertretende Vorsitzende Bildung.
Zu Beginn der Zusammenkunft konnte der scheidende KSB-Vorsitzende Jens Themsen 48 Delegierte der Sportvereine im Kreissportbund im Hamme Forum Ritterhude begrüßen. Zudem hatten viele Ehrengäste den Weg in die Hamme-Gemeinde gefunden, so der Erste Kreisrat Markus Pragal, der Landtagsabgeordnete Axel Miesner, Ritterhudes Bürgermeister Jürgen Kuck, Lilienthals Bürgermeister und künftiger Landrat Kim Fürwentsches, der Vorsitzende der Ständigen Konferenz der Sportbünde und Mitglied im Landessportbund-Präsidium Kai Langer, Wilfried Guttmann von der Meyerhoff-Inge-Küster-Stiftung, der Rotenburger Kreissportbund-Vorsitzende (und künftige Sottrumer Samtgemeinde-Bürgermeister) Jörn Leiding, mehrere Sportausschuss-Mitglieder des Kreistages sowie die KSB-Ehrenmitglieder Edith Hünecken und Horst Bohling.
In einem Grußwort sprach der Landtagsabgeordnete Axel Miesner seinen Dank für das ehrenamtliche Engagement der vielen Mitarbeitenden in den 127 Sportvereinen aus. Auch dankte er dem scheidenden KSB-Vorsitzenden Jens Themsen für seine „anspruchsvolle Tätigkeit“, die solch ein Amt mit sich bringe. Kai Langer als Vertreter des Sports wiederum freute sich über die doch große Anzahl anwesender Politiker, die das Interesse der politisch Verantwortlichen am Sport zeige.
Zu Beginn der Jahresberichte stellte der KSB-Vorsitzende Themsen noch einmal die Mitgliederentwicklung im Kreissportbund Osterholz heraus; 43.820 Mitglieder gehörten den 127 Sportvereinen zu Jahresbeginn an, allerdings 642 Mitglieder oder 1,44 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Damit liege der KSB Osterholz aber immer noch auf Vor-Corona-Niveau. In einem weiteren Schaubild stellte Themsen heraus, dass der TV Falkenberg (2109), der TV Schwanewede (1983), der VSK Osterholz-Scharmbeck (1927) und die TuSG Ritterhude (1729) die mitgliederstärksten Vereine im KSB repräsentieren. Ein Lob sprach Themsen dann in Richtung Meyerhoff-Inge-Küster-Stiftung aus, die sich der Förderung des Sporttreibens der weiblichen Sportjugend verschrieben hat und Vereinen des Kreissportbundes Osterholz auch in den Jahren 2024 (Fördersumme: 46.000 Euro), 2025 (66.200 Euro) und 2026 (55.900 Euro) finanziell unter die Arme gegriffen hat. Aber auch vom Landessportbund bekamen zahlreiche Osterholzer Vereine Geld, in diesem Jahr beläuft sich die Fördersumme im Sportstättenbau auf 427.776 Euro.
Elisabeth Fischmann berichtete für den Bereich Bildung, dass in den vergangenen zwei Jahren zahlreiche Qualifizierungen und Fortbildungen stattgefunden hätten. Besonders froh war sie, dass im Jahre 2027 in der Bildungsstätte Bredbeck wieder eine Übungsleiter-B-Ausbildung stattfinde, für die sich Vereinsvertreter jetzt anmelden könnten. Und für den seit 1. August geltenden Anspruch von Erstklässlern auf Ganztagsbetreuung habe es eine Qualifizierung durch den Sport gegeben, während der KSB eine Internet-Plattform zur Zusammenarbeit für Vereine und Schulen eingerichtet habe. Lena Habben, Sportreferentin für Sportentwicklung, ging auf den Bereich „Prävention sexualisierter Gewalt im Sport“ ein, nun ein „Dauerthema im Kreissportbund“ mit eigenem KSB-Team für Beratungen, wie auch dem Internetauftritt des KSB zu entnehmen sei.
Lars Wellbrock nannte für die Sportjugend als Ziel des jüngst erweiterten Vorstandes, er wolle „junges Engagement sichtbar machen“. Jörg Gantzkow freute sich gemeinsam mit Lena Habben für das Aufgabenfeld „Sportentwicklung“, dass die Zahl der Sportabzeichen von 941 (2024) auf 1129 (2025) gesteigert werden konnte. Daneben organisierten beide die Sportabzeichentage und Frauensporttage und begleiteten für den Sport beispielsweise die Sportstättenentwicklungsplanung in Ritterhude. Jürgen Linke schließlich berichtete für die „Vereinsentwicklung“ von den erfolgreichen Aktionen „Sport im Dialog“, „Neu im Vorstand“ oder auch „Ehrenamt überrascht“ für die „stillen Helfer und Engagierten“ – und wie das aussieht, führte er gleich einmal vor, indem er überraschend Carsten Spöring nach vorne bat, dem Vertreter für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit im KSB die Ehrungsurkunde vom Landessportbund („Vielen Dank für Deinen Einsatz für den Sport in Niedersachsen“) und die obligatorische Präsenttasche überreichte.
Und dann kam Fabian Albrecht zu seinem ersten Bericht als stellvertretender KSB-Vorsitzender Finanzen. Allerdings hatte er jeweils ein Minus für die Jahre 2024 (gut 21.000 Euro) und 2025 (knapp 9000 Euro) zu verkünden. Dies mache eine Beitragserhöhung notwendig. Bevor darüber abgestimmt wurde, erläuterte Mathias Engelken für die Kassenprüfenden, dass sie eine vollständige und ordnungsgemäße Buchführung vorgefunden hätten. Die von ihm beantragte Entlastung des Vorstands wurde dann auch einstimmig erteilt.
Keine Wortmeldungen und nur zwei Gegenstimmen gab es anschließend bei der Frage zur moderaten Erhöhung der Kreissportbund-Beiträge. Danach müssen die Sportvereine vom 1. Januar 2027 an jeweils 0,20 Euro mehr zahlen und pro Kind (bis 14 Jahre) 3,20 Euro abführen (bei einem darin enthaltenen Beitrag für den Landessportbund in Höhe von 2,00 Euro) und je Jugendlichen (15 bis 18 Jahre) 5,70 Euro (LSB-Anteil darin 4,00 Euro) sowie – bei einem Plus von 0,70 Euro – je Erwachsenen 9,00 Euro (LSB-Anteil 6,00 Euro). Allerdings verlautete auch bereits, dass der Landessportbund plant, seine Beiträge von 2028 ebenfalls zu erhöhen. Anschließend genehmigten die anwesenden Stimmberechtigten für die kommenden zwei Jahre die Haushaltsrahmenpläne, die Einnahmen und Ausgaben von 505.000 Euro (für 2027) und 530.000 Euro (2028) vorsehen.
Zum Abschluss des Kreissporttages 2026 wurde Jens Themsen gebührend aus dem Kreis der Führung des organisierten Osterholzer Sports verabschiedet. Sein Nachfolger Jürgen Linke und sein bisheriger Stellvertreter Jörg Gantzkow hielten eine launige Laudatio, in der sie jenen Vorsitzenden verabschiedeten, der seit 16. November 2022 Steuermann eines KSB-Vorstandes gewesen sei, den er – Jens Themsen – zu einem starken Team geformt habe.
Text: Carsten Spöring