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Landessportbund fordert: Energie-Lockdown für den Sport verhindern

Auch die Vorsitzende des Kreissportbundes (KSB) Osterholz, Edith Hünecken, unterstützt die Forderung des Landessportbundes (LSB) Niedersachsen, einen Energie-Lockdown für den Sport zu verhindern. In einer aktuellen Mitteilung hatten der LSB und der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) eindringlich davor gewarnt, in der sich abzeichnenden Energiekrise die Fehler aus der Corona-Pandemie zu wiederholen und Schwimmbäder und weitere Sportstätten erneut zu schließen.

„Der vereinsbasierte und gemeinwohlorientierte Sport ist wesentlich mehr als eine Freizeitaktivität. Er ist unverzichtbarer Teil der sozialen Daseinsvorsorge und erfüllt wichtige soziale und gesundheitsfördernde Funktionen für die Gesellschaft. Dies muss bei allen Entscheidungen zur Gas- und Wärmeversorgung berücksichtigt werden“, sagte der DOSB-Vorstandsvorsitzende Torsten Burmester.

Der Vorstandvorsitzende des LSB, Reinhard Rawe, ergänzte: „In den vergangenen zwei Jahren haben Kinder und Jugendliche erheblich unter den Folgen der Corona-Pandemie gelitten, die sich abzeichnende Energiekrise darf diesen Zustand nicht um ein drittes Jahr verlängern.“

Der LSBfordert gemeinsam mit dem DOSB die Verantwortlichen in Bund, Ländern und Kommunen auf, für das Schwimmen lernen geeignete Bäder bzw. Wasserflächen so lange wie möglich geöffnet zu halten. Im weiteren Jahresverlauf gelte dies auch für Sporthallen.

Sie verurteilten die Empfehlung des Deutschen Städtetages, kurzfristig Hallenbäder (nicht Spaßbäder) zu schließen – was drastische Folgen für die Sicherheit und Lebensqualität der Bürger und Bürgerinnen, insbesondere für Kinder und Jugendliche, in Kauf nähme. „Rund 60 Prozent der Zehnjährigen sind keine sicheren Schwimmerinnen und Schwimmer“, sagte Wolfgang Hein, Präsident des Landessschwimmverbandes Niedersachsen.

Bereits durch die Corona-Pandemie haben die rund 9.260 niedersächsischen Sportvereine Mitglieder und ehrenamtlich Engagierte verloren. Zahlreiche Menschen leiden zunehmend unter Bewegungsmangel im Alltag und den physischen und psychischen Folgen. Jedes sechste Kind hat im Verlauf der Pandemie an Gewicht zugenommen, sechs Prozent leiden an Adipositas, und 31 Prozent der Kinder im Alter von sieben bis 17 Jahren haben psychische Auffälligkeiten. Ein Drittel der älteren Menschen erreicht nicht die WHO-Empfehlungen zum Mindestmaß an Bewegung. Je körperlich aktiver ältere Menschen sind, umso seltener sind sie depressiv oder ängstlich. Diese gesellschaftlichen Schäden dürften durch erneute Schließungen von Sporthallen und Bädern nicht noch weiter verstärkt werden, heißt es in der Mitteilung. Im Übrigen gehe es bei den Schwimmbädern nicht nur um Gesundheitssport, sondern auch um Schwimm- und Rettungsausbildung zur Vermeidung des Ertrinkungstodes.

Gleichzeitig sieht sich der gemeinwohlorientierte Sport unter dem Dach des DOSB auch selbst in der Verantwortung, Energie- und Gasverbräuche zu reduzieren. In Abstimmung mit der Bäderallianz wird daher ein Drei-Stufen-Plan für den Betrieb der überwiegend gasbetriebenen Bäder für den Fall einer Gasnotlage, insbesondere für Schulen und Vereine, vorgeschlagen:

Stufe 1: Abschaltung der hochtemperierten Außenbecken und ggf. zusätzlich Freibäder unbeheizt bis zum Saisonende weiter betreiben;

Stufe 2: Alle freizeitaffinen Becken und Saunen (alles außer Sportbecken und Lehrschwimmbecken) außer Betrieb nehmen;

Stufe 3: Wassertemperatur in den verbleibenden Sport-/Lehrschwimmbecken auf 26 °C absenken.

„Die Hälfte der Vereine verfügt über eigene Sportstätten sowie Vereins- und Clubhäuser, die für das soziale Miteinander in Niedersachsen unverzichtbar sind“, ergänzte Rawe. Laut dem ExpertInnenrat der Bundesregierung zu Covid-19 muss „die Sicherung der sozialen Teilhabe durch […] sportliche und kulturelle Aktivitäten weiterhin höchste Priorität genießen“. Diese Bewertung müsse auch auf die Energiekrise übertragen werden.

Und: Die deutschen Sportvereine werden von der aktuellen Krise nach der Pandemie erneut auch finanziell getroffen. Neben Entlastungen für Privatpersonen und Unternehmen bedürfe es auch direkter finanzieller Hilfen für Sportvereine, fordern LSB und DOSB. Beitragserhöhungen seien keine Option, da die Vereinsmitglieder auch privat massiv von den Preissteigerungen betroffen seien. Bund und Länder dürften die Kommunen mit den Energiepreissteigerungen nicht allein lassen.

Carsten Spöring

Kreissportbund Osterholz

Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit